Manni

918752364

Liebe Mitarbeiter des Tierheimes Minden!


Nachdem ich inzwischen Personal und einen Sekretär habe, diktiere ich mal einige Zeilen an meine ehemaligen Betreuer, in meiner zum Glück nur kurzzeitigen
Unterkunft im Tierheim Minden.

Ihr hattet mir den Namen MANNI gegeben, und so heiße ich heute noch.

Am 06.Mai 2016 habe ich ich das Tierheim in einer Transportbox mit erhöhter Herzfrequenz, zu einem mir bis dahin unbekannten Ziel verlassen, inzwischen
wohne ich in Obernkirchen.

Nach der Ankunft dort, gab man mir die Gelegenheit, meine neue häusliche Umgebung vom Keller bis zum Boden zu inspizieren. Habe den Futterplatz und die Toilette meines Vorgängers sofort gefunden, und aufgrund meiner natürlichen Begabung angenommen.

Da ich für 6 Wochen in Quarantäne leben mußte, habe ich erstmal die Fensterbänke von den Blumentöpfen und Dekoartikeln, zwecks besserer Aussicht befreit.

Alle Einrichtungsgegenstände wurden begutachtet, Schränke von oben und unten kontrolliert.

Die zahlreichen bereitgestellten Schlafplätze habe ich weitgehend ignoriert und mir für jede Ruhephase einen neuen Platz gesucht, am besten gefällt mir natürlich
das Ehebett, da habe ich mein Personal unter Kontrolle.

Die Verpflegung ist ausgezeichnet, und wird mir auf Wunsch serviert, die Auswahl ist riesengroß.

Meinen neuen menschlichen Kumpel habe ich ständig auf Trab gehalten, mindestens eine Stunde Maus werfen mußten zu unser beider Ertüchtigung sein.

Nach 6 Wochen, wurde mir endlich die Möglichkeit geboten, das Haus in Richtung Garten zu verlassen. Als ich die sorgenvollen Gesichter meiner neuen Familie sah, war mir klar, die werde ich nicht durch meine Flucht enttäuschen.

Eine neue Welt tat sich für mich auf, nun habe ich Rasen, Bäume, Sträucher und einen Teich, alles ist mein neues Reich !

Bereits nach wenigen Tagen, habe ich meinen Aktionsradius gewaltig erweitert, Nachbargrundstücke und ein Sportplatz bieten mir soviel Freiheit, dass ich mich
jeden Mittag mit meinen menschlichen Kumpel zum Mittagsschlaf hinlegen muss.

Meinen Speiseplan habe ich ebenfalls erweitert, treibe nun selber Maus fangen, damit werfen und schließlich fressen.

Trage außerdem seit Freigang, ein Halsband mit eigener Telefonnummer, habe bereits bei meinen Erkundungstouren, 5 davon abgelegt, aber bisher keinen Anruf erhalten.

Um Kosten einzusparen, benutze ich die Katzentoilette im Hause nicht mehr.

Zur Zeit bin ich mit meinem Schicksal rundum zufrieden.

Jeden Morgen, so gegen 05:00 Uhr wecke ich die Familie, denn trotz einer Katzenklappe, möchte ich persönlich in den neuen Tag entlassen werden.

Trotzdem sagt mein Menschenkumpel, ich sei seine lebende Medizin !

Wenn wir gemeinsam draußen sind, läuft er mir durchweg mit seiner Kamera hinterher, ich scheine ein Star zu sein. Hänge Euch noch ein paar Fotos mit an !

So, nun seid Ihr über mein neues ereignisreiches Leben, von nur 4 Monaten in meiner neuen Umgebung informiert.

Ich grüße Euch und wünsche allen meinen zurückgebliebenen, auf ein neues Zuhause wartenden Katzenkumpels, ebenfalls viel Glück.

Es verbleibt mit Miau und Kratz, MANNI die Obernkirchner Katz !

 

September 2016