Sindal

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Unser Sindal

Nun ist es ziemlich genau 3 Jahre her, dass wir unseren Sindal aus dem Tierheim geholt haben. Am 2. Januar 2009 fuhren wir dorthin um zu schauen, ob es dort eine Katze oder einen Kater gibt, die bzw. der gern mit uns kommen würde. Auf den ersten Blick haben wir uns in den kleinen, zwar scheuen, aber unheimlich neugierigen Kerl namens Sindal verliebt. Wir konnten gar nicht glauben, dass er schon 4 Monate hier war – aber das war ja auch unser Glück, denn so konnten wir ihn adoptieren!

Wir hatten die Winterzeit gewählt, da in unserem Haus im Sommer oft alle Türen und Fenster offen sind, und wir wollten unserem neuen Mitbewohner doch die Chance geben, sich in aller Ruhe einzugewöhnen. Und die brauchte er auch – der Anfang war hart für ihn und damit auch für uns!

Der arme Kerl wusste überhaupt nicht wie ihm geschah, als wir ihn mitnahmen, und da er an den Menschen nicht wirklich gewöhnt war (außer natürlich an diejenigen, die ihn ihm Tierheim liebevoll versorgt haben),  verkroch er sich anfangs buchstäblich in der hintersten Ecke. Wir hatten unser Esszimmer hergerichtet, so dass er zunächst einen überschaubaren Raum für sich hatte. Körbchen, Futter und Trinken und natürlich eine Katzentoilette standen bereit, aber er drückte sich, panisch vor Angst, unter der Heizung an die Wand. Der Kleine tat uns in der Seele leid, aber wir konnten zu Beginn nicht viel mehr für ihn tun als ihn mit Fressen und Trinken versorgen, ihn in Ruhe lassen bzw. ihm hin und wieder unaufdringlich Gesellschaft zu leisten, also: Einfach da sein, auf dem Boden sitzen und beruhigend mit ihm zu reden.

Und siehe da: Nach einigen Tagen taute der junge Mann auf, so dass er uns abends ganz vorsichtig auch mal im Wohnzimmer besuchen kam, als wir die Tür einladend einen Spalt offen ließen. Mit der Zeit wurde er immer vorwitziger und flitzte auch schon mal über die Sofa-Lehne -  da wurde wieder etwas von der Energie und Neugier sichtbar, in die wir uns spontan verliebt hatten! An Anfassen oder Streicheln war aber noch lange nicht zu denken – das hat uns, besonders unserer damals 5jährigen Tochter, die doch so gern mit ihm kuscheln wollte, eine enorme Selbstbeherrschung und Geduld abverlangt.

Aber eines Tages war es soweit: Nachdem ich mich über Wochen (!) zentimeterweise an ihn herangearbeitet hatte, ließ er es zu, dass ich ihn am Pfötchen berührte! Etwas später „erwischte“ ich ihn dann am Hals, und da war der Knoten geplatzt – er bemerkte, wie schön es war, gestreichelt zu werden, und von da an ließ er jeden Tag mehr Nähe zu.

Im März war er dann so handzahm, dass wir es wagten, ihn mit in den Garten zu lassen. Er erforschte sein neues Territorium langsam, aber mutig und fühlte sich von da an auch draußen sehr wohl. Zudem hat er sich schnell mit unserem Nachbar-Kater namens Opitz angefreundet, und die beiden tobten von da an gemeinsam durch die Gärten. Als der Besuch der beiden Tierheim-Mitarbeiterinnen stattfand (über den ich mich sehr gefreut habe!), war Sindal leider gerade mal wieder auf einer seiner ausgedehnten Runden durch unser Viertel. Schade - ich hätte ihn so gerne „präsentiert“! Aber die Spuren an seinen Ein- und Ausstiegen unseres Hauses, genauso wie aktuelle Fotos und Filme, waren wohl Beweis genug für sein Wohlergehen.  

Eine große Neuerung  gab es dann im Oktober: Unsere Hündin Shiva zog ein! Sie ist ein Flat-Coated Retriever und war zu diesem Zeitpunkt gerade mal neun Wochen alt -  und damit nicht viel größer als Sindal! Der „Eindringling“ wurde zunächst arg misstrauisch von Sindal beäugt, aber mit viel Geduld und dem einen oder anderen parallel gefütterten Leckerbissen wuchs das Vertrauen – und nun sind die beiden unzertrennlich! Die Fotos sprechen da wohl für sich...

Sindal hat sich also bestens eingelebt und genießt sein Katerleben in vollen Zügen. Wir sind sehr glücklich, dass wir so einen lieben, verschmusten und vorsichtigen (er hat uns wirklich noch niemals gekratzt!) Kater bei uns haben dürfen und möchten hiermit noch mal ganz herzlich dem Tierheim Minden und den lieben Mitarbeitenden danken, dass sie sich so gut um Sindal gekümmert haben, bis wir ihn abgeholt haben.

Wir hoffen, dass durch Sie noch viele andere Tiere ein gutes Zuhause finden und bitten alle zukünftigen Herrchen und Frauchen, die vielleicht ein sehr scheues Tier zu sich nehmen: Habt Geduld – es lohnt sich bestimmt!

Januar 2012