Stand: 07.11.09

 

Nachkontrollen

Derzeit führen vier ehrenamtliche Tierschutzbeauftragte in zweier Teams die anfallenden Kontrollbesuche für den Tierschutzverein Minden und Umgebung e.V. durch.

Die Aufgabe der Tierschutzbeauftragten ist es nach der Vermittlung der Tierheim-Tiere, egal ob nun Hund, Katze oder Kleintier, diese in ihrem neuen Zuhause zu besuchen. Dabei geht es einerseits um die Kontrolle der tierschutzgerechten Haltung und Unterbringung, aber mehr noch um die Hilfestellung bei Fragen und Problemen mit dem Tier.

Wir als Tierschutzbeauftragte versuchen über die Bedürfnisse und Ansprüche, aber auch über gesetzliche Anforderungen aufzuklären, denn oftmals ist es Unwissenheit und nicht böser Wille wenn Tiere nicht artgerecht betreut und versorgt werden. Katzen zum Beispiel brauchen nicht nur keine Milch, sondern sie vertragen sie meistens nicht einmal und bekommen Durchfall. Das richtigeGetränk ist, wie für eigentlich alle Tiere, Wasser. Auch legen wir Hundebesitzern immer wieder den Besuch einer (guten) Hundeschule nahe (Tip: Schauen Sie sich verschiedene Hundeschulen an und vereinbaren Sie ein Probetraining um die richtige Schule für sich und ihren Hund zu finden.). Auch wenn der Hund die Grundkommandos beherrscht und man selber Hundeerfahrung hat, so ist die gemeinsame Übung und das Miteinander mit anderen Hunden und deren Besitzern immer hilfreich und Sie beugen eventuellen Problemen vor.

Unser routinemäßiger Kontrollbesuch sollte planmäßig vier bis acht Wochen nach der Vermittlung stattfinden. Natürlich ist es aus verschiedenen Gründen häufig nicht möglich diesen Zeitrahmen einzuhalten. Sei es nun, dass die neuen Besitzer mehrfach nicht angetroffen werden - da wir schauen wollen, wie der Alltag mit dem Tier verläuft kündigen wir unser Kommen natürlich nicht vorher an, oder dass besonders viele Tiere vermittelt wurden und sich entsprechend die Anzahl der Besuche erhöht, oder dass die Adressen weit auseinander liegen, oder dass die Tierschutzberaterinnen verhindert sind (Urlaub, Krankheit, berufliche oder private Termine etc.), oder, oder, oder...

Auch für beim Tierschutzverein eingehende Anzeigen einer schlechten Haltung / Misshandlung von Haustieren sind wir zuständig und versuchen uns vor Ort ein Bild der Situation zu machen um ggf. das Kreisveterinäramt einzuschalten.

In den allermeisten Fällen handelt es sich bei diesen Anzeigen um Nachbarschaftsstreitigkeiten und nicht um Tierschutzfälle - meist werden die Anzeigen daher auch anonym gemacht. Bitte bedenken Sie hierzu, dass wir diese Aufgabe ehrenamtlich in unserer Freizeit ausüben und Sie uns mit solchen Verleumdungen davon abhalten uns um die wirklich brisanten Fälle zu kümmern. Stellen Sie sich vor wir kommen zu einer begründeten Anzeige zu spät um dem Tier noch zu helfen weil wir uns um solche üblen Nachreden gekümmert haben.

Prüfen sie die Rechtslage bevor Sie eine Anzeige machen, nicht alles was ihrem tierliebendem Herzen widerstrebt ist ungesetzlich. In diesen Fällen stehen wir genauso hilflos da wie Sie - wir können auch nur an das Gewissen der Leute appellieren - meist vergeblich. Hinterlassen Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer für eventuelle Rückfragen (die Erfahrung lehrt das an anonymen Anzeigen nichts dran ist). Wenn Sie Misshandlungen beobachten versuchen Sie weitere Zeugen zu finden, die auch bereit sind auszusagen und wenden Sie sich dann direkt an die Polizei. Der Beschuldigte wird seine Taten kaum vor unseren Augen wiederholen und meist steht in solchen Fällen Aussage gegen Aussage, also je mehr Zeugen desto besser.

Ich hoffe Sie können sich jetzt ein Bild von der Aufgabe der Tierschutzbeauftagten machen und begrüßen uns mit Freude und Verständnis wenn wir auch bei Ihnen einen ehemaligen "Insassen" besuchen.